HERZJESU - Familienfest - Warum?

Das Weltfamilientreffen 2022 wird auf der ganzen Welt am 25./26. Juni gefeiert. Das ist im heurigen Jahr auch der Termin für das Herz-Jesu-Fest, das in Tirol einen großen Stellenwert hat. Mit den HerzJesu-Feuern auf den Bergen und mit Prozessionen in vielen Gemeinden wird an den Bund erinnert, den das Land Tirol vor über 200 Jahren mit dem Herzen Jesu geschlossen hat.

1796 stand Napoleon mit seinen Truppen an der südlichen Landesgrenze. Militärisch sah man sich auf verlorenem Posten und aus Frankreich nach Tirol geflohene Priester warnten eindringlich vor den mörderischen Verfolgungen, welche die Kirche in Frankreich nach der Revolution hatte erleiden müssen. In dieser Not wandten sich die Tiroler Landstände – der Landtag von damals – an Jesus. Sie vertrauten darauf, dass Jesus ein offenes Ohr, ja ein offenes Herz hat für ihre Ängste und Nöte. Wenn uns Krieg und Zerstörung erspart bleiben, so die Landstände, wollen wir dem Herzen Jesu immer treu sein. Und Napoleon zog mit seiner Armee weiter und nicht durch Tirol nach Norden.

Was heißt nun dieses Gelöbnis heute für uns Tiroler? Was heißt es, dem Herzen Jesu treu bleiben? Es heißt, der Herzspur Jesu zu folgen, heißt lieben, wie er geliebt hat: ein offenes Herz haben für Außenseiter, für Arme und Kranke; herzhaft zupacken, wo Engagement und mutiges Auftreten gefragt sind; barmherzig sein mit Menschen, die Fehler gemacht haben; großherzig sein Menschen gegenüber, die anders denken als ich – nicht zuletzt in der Familie. Lieben mit einem offenen Herzen wie Jesus heißt sich berühren zu lassen, wie er verletzlich zu sein, persönlich etwas einzubringen und etwas zu riskieren.

Im vergangenen Jahr, 225 Jahre nach dem Herz-Jesu-Bund, hat der Bischof-Stecher-Verein einen neuen Text für das Herz-Jesu-Lied vorgeschlagen, der die Brücke schlägt zwischen der historischen Wurzel, der Landesverteidigung, und der Not unserer Zeit:

„Auf zur Tat, Tiroler Land,
erhebe Stimme, Herz und Hand.
Lasst uns stehn zu unserm Gott,
offen für der Menschen Not.
Wir versprechen hier und heute,
dass wir schützen Land und Leute.“

Text: Mag. Gottfried Kompatscher (Fokolarbewegung)
Bilder: Bischof Stecher Gedächtnisverein

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